Gut zu wissen...
1. Wer hält Hasen zu Hause? 
Wohl
keiner. Denn Hasen stehen unter Naturschutz!Trotzdem bezeichnen viele Kaninchenhalter ihre Tiere in der Umgangssprache als Hasen, was eigentlich nicht stimmt.
Auch die so genannten Stallhasen sind in Wirklichkeit keine echten Hasen, sondern lediglich groß gezüchtete Kaninchen.
Alle Kaninchen stammen ursprünglich vom Wildkaninchen ab, während der Hase eine völlig andere Tierart ist, die nur in freier Wildbahn vorkommt.
Hasen sind mit Kaninchen nur entfernt verwandt und die beiden Tierarten können sich auch nicht paaren, da sie verschiedenen Tiergattungen angehören.
Hasen und Kaninchen unterscheiden sich, wie man auf den beiden Bildern erkennen kann, sowohl in ihrem Körperbau und Aussehen, als auch in ihrer Lebensweise grundlegend (links: Feldhase, rechts: Wildkaninchen):

Körperbau:
ca. 4 - 8 kg ca. 60 - 70 cm langer Körper Schlanker Körper Sehr lange Ohren (Löffel) mit schwarzen Spitzen Sehr lange Hinterläufe (Keulen) Lange Vorderbeine | Kaninchen ca. 1 - 8 kg ca. 20 - 70 cm langer Körper Gedrungener, muskulöser Körper Mittellange Ohren Mittellange Hinterläufe Eher kurze Vorderbeine |
Lebensweise:
Hase Einzelgänger Nestflüchter (Die Jungen haben ein Fell und können sehen und hören) 1 - 4 Junge pro Wurf Ruht in einer Erdmulde (Sasse) Flüchtet erst im allerletzten Moment vor Feinden | Kaninchen Gruppentier Nesthocker (Die Jungen kommen nackt, blind und taub zur Welt) 5 - 10 Junge pro Wurf Lebt in einem Tunnelsystem unter der Erde (Bau) Flüchtet bei Gefahr in den sicheren Tunnel |
2. Woher kommen die Kaninchen? 
Kaninchen gehören zur selbständigen Ordnung der Hasentieren
(lagomorpha)
und zur Familie der Hasenartigen
(leporidae).Streng genommen sind Kaninchen also keine Nagetiere, obwohl es naheliegen würde. Dies zeigt sich auch darin, dass Kaninchen im Gegensatz zu Nagetieren ihre Nahrung nicht mit den Vorderpfoten halten können und dass sie 4 Schneidezähne besitzen.
Unsere heutigen Hauskaninchen stammen alle vom europäischen Wildkaninchen ab und werden in Großrassen, mittelgroße Rassen, Kleinrassen und Zwergrassen eingeteilt. Schon im 16. Jahrhundert begann man mit der Zucht verschiedener Rassen von Hauskaninchen. Zuerst entstanden die großen Rassen, die hauptsächlich als Fleisch- und Pelzlieferanten gezüchtet wurden. Später züchtete man auch kleinere Hauskaninchen mit verschiedenen Fellstrukturen und in unterschiedlichen Farben.
Heute geht die Züchtung hin zu immer kleineren Kaninchen, die möglichst ins so genannte "Kindchenschema" passen sollen. So niedlich die Tiere mit ihrem runden Köpfchen und den Kulleraugen auch aussehen mögen - durch diese Art von Züchtung kommt es nicht selten zu Gesundheitsproblemen, wie z.B. Zahnfehlstellungen oder Augenerkrankungen.
Mehr zum Thema Kaninchenrassen: Kaninchenrassen
3.
Anatomie 
Diesen Ausschnitt können wir leider noch nicht online stellen, da wir
bei den Bildern, die wir zur Veranschaulichung verwenden möchten, noch auf eine Zusage des
Urhebers warten müssen.4. Vom
Wildkaninchen zum Hauskaninchen 
Wer
sein Kaninchen artgerecht halten möchte, sollte sich am Verhalten der
Wildkaninchen orientieren. Auch wenn die Hauskaninchen vom Aussehen her
nicht mehr allzu viel mit den Wildkaninchen gemeinsam haben, sind die
gleichen
Grundbedürfnisse immer noch vorhanden.
Das Wildkaninchen (oryctolagus cuniculus):
Wildkaninchen sind dämmerungsaktive Tiere, die in fast ganz Europa leben. Sie sind besonders am frühen Morgen oder in den Abendstunden aktiv. Bevorzugt leben die Tiere auf sandigem und hügligem Boden in lichtem Gehölz. Wildkaninchen leben in einem Tunnelsystem, welches sich zwei bis drei Meter unter der Erde befindet und mehrere Ausgänge hat. Ein solcher Bau kann schon mal 45 Meter lang sein!
Wildkaninchen sind sehr gesellige Tiere mit ausgeprägtem Sozialverhalten, denn sie leben in engen Familienverbänden. Mehrere Familien schließen sich zu einer Kolonie zusammen, die bis zu 100 Tiere groß sein kann. Dabei gibt es strenge Hierarchien unter den Tieren. Wildkaninchen sind sehr standorttreue Tiere, deren Revier aber bis zu 3 km groß sein kann. Ihr Revier markieren sie mit der Duftdrüse unter ihrem Kinn und mit Urin.
Sie sind reine Vegetarier und leben von Kräutern und Gräsern. Bei Nahrungsmangel verzehren sie auch Rinde und Zweige. Im Gegensatz zu Tieren wie Hunde und Katzen, besitzen Wildkaninchen kein Beute- oder Jagdverhalten.
Wildkaninchen haben eine hohe Fortpflanzungsfähigkeit. Sie können 7 bis 10 mal im Jahr 5 bis 6 Junge bekommen. Die Jungtiere selbst werden ca. ab der 12. Woche geschlechtsreif. Der Kaninchenbestand steigt bei uns trotz dieser Fortpflanzungsfähigkeit nicht an, da Wildkaninchen viele natürliche Feinde haben. Zu diesen zählen unter anderem Fuchs, Habicht, Bussard, Eulen, Marder, Wiesel oder Iltis.





Wildkaninchen sind Fluchttiere. Bei Gefahr werden die Rudelmitglieder durch lautes Klopfen mit den Hinterbeinen gewarnt, worauf alle übrigen Tiere in ihren Bau flüchten. Sollte ein Jäger in den Bau folgen, gibt es mehrere Ausgänge, die den Wildkaninchen die lebensrettende Flucht ermöglichen.
- Kaninchen verbringen den größten Teil des Nachmittags mit Schlafen.
- Kaninchen können bei unserem Klima problemlos ganzjährlich im Freien gehalten werden, wenn sie frühzeitig an die kälteren Temperaturen im Winter gewöhnt werden.
- Kaninchen sollten nie alleine gehalten werden, denn nur mit einem gleichartigen Partner fühlen sie sich richtig wohl.
- Kaninchen brauchen sehr viel Platz zum Laufen. Käfighaltung mit nur wenigen Stunden Freilauf ist gar nichts für Kaninchen.
- Kaninchen nagen gerne, daher möglichst oft frische Zweige anbieten.
- Kaninchen buddeln gerne. Bei der Haushaltung sollte eine Buddelkiste zur Verfügung stehen, sonst gehen die Tiere z.B. an Teppiche oder Möbel.
- Kaninchenmännchen sollten frühzeitig kastriert werden, damit sie nicht unter ihrem Sexualtrieb leiden.
- Kaninchen niemals von oben herab anfassen, oder gar hochnehmen, da sie sonst erschrecken und weglaufen.
- Immer genügend Unterschlupf- und Versteckmöglichkeiten anbieten, sowohl im Käfig als auch beim Freilauf.
- Kaninchen möglichst nicht herumtragen, da sie verunsichert werden, wenn sie ihre Umgebung verlassen (Stress!).
